Eigene Werke

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Ich sehe mich nicht als „großen Komponisten“ oder etwas in der Art. Meine Stücke entstanden in der Regel aus der Auseinandersetzung mit Werken, die mich gerade interessierten oder mich beruflich betrafen. Dennoch bin ich von meinen eigenen Stücken doch insofern überzeugt, als dass ich meine musikalischen Absichten ziemlich klar umzusetzen vermochte und mir eine gewisse kompositorische Tiefe und Emotionalitität zu bilden gelang, wie ich finde.

Dabei habe ich es genossen, auf leerem Notenpapier mit Bleistift aus dem Kopf und der Idee heraus weitgehend ohne Zuhilfenahme von Musikinstrumenten Musik entstehen zu lassen (beispielsweise bei schönstem Wetter in einer Freistunde auf einer Parkbank an Assoluta, als überraschend die wunderbare Schülerin Yasmin fröhlich grüßend an mir vorbeiradelt). Diese Arbeit hat meine Bewunderung für echte Werke nur noch größer werden lassen. Ich bin dankbar für diese Erfahrung und für die Ausbildung, die sie mir erst ermöglichte.

Betriebswirtschaftlich sind diese Arbeiten sinnlos. Weil ich aber betriebswirtschaftlich denken muss, als selbständiger Musiklehrer ist es fast unmöglich sich zu halten, kann ich in die Komposition nicht viel Aufwand stecken und gehe davon aus, dass ich nichts mehr schreiben werde.

Präludium und Fuge in G-Dur
Meike und Daniel in Liebe gewidmet

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Präludium und Fuge in G-Dur ist für Akkordeon-Orchester ohne Schlagwerk geschrieben und meine erste verlegte Komposition.

Komponiert ist das Präludium als Triosonate im ariosen Stil, womit dann die erste und die zweite Stimme jeweils die Aufgaben eines konzertierenden Soloinstrumentes übernehmen, während der Rest des Orchesters die begleitende Continuo-Gruppe darstellt. Die Grundlage des Präludiums ist der Bass der Triosonate in G-Dur, 1. Satz, BWV 1039, von Johann Sebastian Bach. Ich habe ihn so angelegt, dass er von dem Bass, der vierten Stimme und dem zweiten Elektronium gespielt wird. Die begleitenden Akkorde liegen im ersten Elektronium und geteilt in der dritten Stimme.

Die Fuge habe ich vierstimmig eingerichtet. Das Fugenthema erinnert an die zweistimmige Invention in F-Dur, BWV 779, von J. S. Bach, erscheint hier aber im 4/4- und nicht wie beim Vorbild im 3/4-Takt. Dabei behandele ich es ähnlich wie Dominico Scarlatti seines in der Sonate in F-Dur, K. 82. Mit Präludium und Fuge wollte ich ein wenig meinen Studien-Abschluss feiern: Wir erhielten die Aufgabe, über uns nicht bekannte Generalbässe Triosonaten-Sätze zu schreiben. Ich wählte diesen aus und schrieb für Flöte und Geige, die ich am Klavier begleitete. Die Invention in F-Dur spielte ich im Rahmen der Studienvorbereitung bei Prof. Elsbeth Moser, die Sonate in F-Dur als ein Stück der Zwischenprüfung bei meinem Dozenten Robert Opiola.

Symphonietta rustica
Lene Steinhaus und Rolf Henneke dankbar gewidmet

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Die Symphonietta rustica ahmt in kleinem Rahmen Gesten einer Sinfonie vorwiegend im romantischen Stil nach und besteht aus vier Sätzen. Dieses Stück ist keine Bearbeitung von Eugen Suchons gleichnamigem Werk für Sinfonieorchester.

Der erste Satz, „Ländliche Fantasie“, ist szenisch angelegt: Der choralartigen kurzen Einleitung folgt ein fröhlich/naives Thema, dessen Augmentation die Grundlage für den Seitensatz ist. Der erste Satz endet ruhig, mit einem warmen Klangbild und leitet damit zum zweiten Satz über.

Der zweite Satz, „Nacht und Trost“, beschreibt die Stille einer schlaflosen Nacht, in der man auf sich selbst zurückgeworfen ist. Ein trauriger Gedanke findet sich ein, lässt nicht los, verwandelt sich in Trost und verliert sich schließlich im Schlaf.

Der dritte Satz, „Neuer Tag, quasi Intermezzo“, ist eine robuste und fröhliche Gigue, die besonders für den Bass anspruchsvoll ist.

Der vierte Satz, „Finale“, schließt sich ohne Satzpause an den kurzen dritten an. Hier erscheint der Seitensatz des ersten als heldenhaftes Thema, dem sich eine Durchführung der Themen anschließt. Die von Läufen umspielte Vergrößerung des Motivs aus dem Hauptsatz des 1. Satzes beschließt das Stück.

Assoluta
Meinen Geschwistern Monika, Cerstin und Mathias herzlich zugeeignet

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Dieses Stück bezieht sich auf Astor Piazzollas Tango Nuevo. Meine Idee ist hier, einen solchen Tango für großes Akkordeon-Orchester zu schreiben und mit Ruhe auszuformulieren. Der kompositorische Kern des Stückes ist ein Bass-Modell, dessen Stufen zweitaktig die Grundlage für den Satz bilden. Im Grunde ist dies also ein Generalbass im klassischen Sinne.

Zur Eröffnung beginnt der Bass, indem er auf diese verschiedenen Stufen ein Motiv stellt, auf diese Weise ein Thema entwickelt und dabei perkussiv vom Rest des Orchesters begleitet wird. Dieses Einleitungs-Thema wird dann unisono vom Orchester übernommen, während das Schlagzeug die Perkussion weiterführt. Das jetzt etablierte Bass-Modell bleibt in seinen Stufen erhalten, während aus dem Motiv des Einleitungs-Themas die Melodie des ersten Formteils, ich nenne ihn Hauptsatz, hergeleitet ist. Hier ist das noch weitgehend unisono geführte Thema um eine Tango-Begleitung erweitert und könnte in dieser Form an „Adios Nonino“ erinnern.

Im Verlauf wird das Satzbild komplizierter, indem die Begleitung weiter ausdifferenziert wird, dem Thema eine parallele zweite Stimme beigefügt und Kommentierungen erklingen. Der Hauptsatz wird jetzt mit einem zweiten Thema erweitert, bei dem der Satz seine komplexeste Struktur erhält. Dieser Abschnitt greift den Rhythmus (3-3-2) des Unisono aus der Einleitung auf und weicht die bis dahin starre Stufen-Begleitung des Generalbasses auf.

Nach einer teilweisen Wiederholung schließt sich eine Überleitung an, die zunächst auf einer Harmonie steht und dann ein wenig in Bewegung gerät. Hieraus leitet sich der zweite Formteil (Seitensatz) ab, der anfänglich kammermusikalisch in kleiner Besetzung und dann mit dem gesamten Orchester korrespondierend ein leichtes Stimmgeflecht bildet, das sich vom Generalbass-Modell des Hauptsatzes befreit hat.

Den Abschluss bildet das Unisono über dem Generalbass aus der Einleitung, nachdem der Seitensatz ausgespielt ist.

Israelischer Tanz

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Dieses kleine Stück geht auf einen Tanz zurück, dessen Herkunft ich nicht kenne. Gesetzt ist es für vier Akkordeon-Stimmen, zwei Elektronien, einen Bass und ein Solo-Instrument. Das Tanzlied wird immer wieder in unterschiedlichen, sich grundsätzlich steigernden Tempi und verschiedenen Satzbildern wiederholt, bis es turbulent schließt.

Aufnahme derzeit nicht verfügbar

Tangesque
Meinen lieben Spielerinnen und Spielern des 1. Akkordeon-Orchesters im Akkordeon-Verein Winsen (Aller) zum Jubiläum 2012 herzlich gewidmet

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Tangesque ist ein vom Tango Nuevo angeregtes Werk, in dem wuchtige Akkordpassagen mit Solo-Abschnitten, die einen gewissen virtuosen Anspruch stellen, kontrastieren. Im Grunde ist das Stück ein Divertimento ohne außermusikalischen Bezug. Somit ist jeder frei in seinen Assoziationen.

Gubaidulina-Quotations

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Das Werk entstand zur einmaligen Aufführung im Rahmen des NDR-Festivals zum 80. Geburtstag von Sofia Gubaidulina im November 2011, einem mehrtägigen, nahezu ausverkaufte Festival für neue Musik mit internationalen Größen wie etwa Elsbeth Moser, Eivind Gullberg Jensen, Anne Sophie Mutter und der Komponistin selbst. (Zur Klarheit sei gesagt, dass ich nicht mit diesen Künstlern gemeinsam auf der Bühne stand.)

Grundlage sind die Werke „De Profundis“ und „Et Expecto“. Das Konzept für das Stück wurde von Elsbeth Moser in einem langen Gespräch mit Goran Stevanovic (http://goranstevanovic.com/) und mir entwickelt. Aus den Original-Werken zitieren die Solisten Goran Stevanovic und Fang Xuan, verbindende Elemente der Werke und Kommentierungen liegen im Orchester und dem Schlagwerk. Als drittes Stück ist „Jesus bleibet meine Freude“ integriert. Damit soll in diesem Werk die christliche Trinität widergespiegelt werden und ebenfalls die christliche Sehnsuchtshaltung der vorigen Stücke ihre Antwort in Jesus finden. Um diese Aussage zu treffen, mit der ich den christlichen Glauben Gubaidulinas als einen Kern ihres Schaffens und Wesens darstellen will, ist dieser Choral kompositorisch das Ziel der verwendeten Choralteile aus den Gubaidulina-Werken und muss daher an markanter Stelle anklingen. Bach zu verarbeitet bot sich zudem an, weil sich die Komponistin bewusst auf sakrale Musik und klassische Kompositionen sowie die Beherrschung dieser Techniken bezieht.

The Star-Wars-Trilogy (Arrangement, nicht verlegt)

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Aufnahme derzeit nicht verfügbar

Lawrence von Arabien (Arrangement, nicht verlegt)

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James Bond Classics (Arrangement, nicht verlegt)

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Kaiserwalzer (Arrangement, nicht verlegt)

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Walk Of Life (Arrangement, nicht verlegt)

Dietmar Steinhaus