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Dinosaurier

Ob man es wahr haben will oder nicht: Filme haben unsere Kultur mitgeprägt. Ich kenne Leute, die an Filmen nicht das geringste Interesse haben. Die verpassen etwas, finde ich, aber das muss ja jeder selbst wissen. Für mich schwierig nachzuvollziehen ist aber die Haltung von Menschen, die Filme ablehnen. Wer das tut, ist mir grundsätzlich suspekt.

Es gibt Filme, die muss man kennen! Man muss! Warum? Weil das Kultur ist. So, wie man die Mona Lisa kennen muss. Man muss “Die Vögel” kennen!

Ein Klassiker! What´s not to like?

Die Meisterschaft, mit der Hitchcock

Hätte es die Metoo-Debatte damals schon gegeben, er wäre attackiert worden. Völlig zurecht! Was heute nicht “in Ordnung” (ein viel zu schwacher Begriff) ist, war es auch damals nicht. Das ändert aber nichts an seinem Genie.

die Handlung aufbaut, wie er die Charaktere zeichnet und ihre Entwicklung plausibel gestaltet, ist so wunderbar, dass jedes wiederholte Sehen des Films ein Genuss ist. Die Heldin des Films, Melanie Daniels (Tippi Hedren),

Die junge Tippi Hedren. Eine tolle Schauspielerin, eine schöne Frau mit damenhafter Ausstrahlung. Und – eine Heldin, wie sie im heutigen Kino nicht mehr “geht”. Denn sie mag Männer, ist sich ihrer Weiblichkeit bewusst und genießt sie.

Tochter eines Medienmoguls, die ein behütetes Leben führt und in jeder Hinsicht selbstbestimmt und selbstbewusst ist, trifft zufällig auf den Anwalt Mitch Brenner (Rod Taylor),

Geht fraglos auch heute als sexy durch. So zeigt er sich allerdings nicht im Film. Tut mir ja für alle leid, die ihn gerne so sehen.

findet Gefallen an ihm und versucht, seine Aufmerksamkeit zu erlangen, indem sie sich als Verkäuferin der Zoohandlung ausgibt, die Brenner betreten hat, um vielleicht Sperlingspapageien für seine kleine Tochter zu kaufen. Er durchschaut sehr schnell, dass Melanie nichts vom Fach versteht, und trennt sich amüsiert nach dem erfolglosen “Verkaufsgespräch” von ihr. Sie ersteht die beiden Vögel selbst und sucht überraschend Mitch in seinem Heimatort Bodega Bay auf. Bis dahin sieht der Film wie eine der romantischen Komödien aus, wie sie für Rock Hudson und Doris Day typisch waren.

Doris Day und Rock Hudson. What´s not to like? (Oh, sagte ich das schon woanders?)

Während ihres Besuch kommt es aber zu immer weiter eskalierenden und schließlich tödlichen Vogelattacken auf Menschen. Hitchcock erhöht die Spannung langsam und stetig.  Ich liebe alles an dem Film: Die Schauspieler, das Lokalkolorit, die Charaktere (besonders die sinnlich/erotische Suzanne Pleshette in einer wichtigen Nebenrolle. Noch eine selbstbewusste Frau in Filmen! Was es alles gibt …),

Nun kommt schon! Sie ist doch einfach entzückend! In ihrer Liebenswürdigkeit perfekt besetzt, um maximale Wirkung auf den Zuschauer zu entfalten.

den Umgang mit Stille; einfach alles. Ein perfekter Film seiner Zeit. Wenn man ihn so kategorisieren mag, könnte man ihn als “Tier-Horror” bezeichnen, wie etwa “Der weiße Hai” oder “King Kong”. Dabei zeigen Tiere grundsätzlich nicht ihr realistisches Verhalten oder ihr realistisches Erscheinungsbild, sondern sind eine planvoll agierende Gefahr für den Menschen, der sich plötzlich in einer unbeherrschbaren Umgebung wiederfindet.

Ein solcher ist auch der grandiose Film “Jurassic Park”

von Stephen Spielberg.

Danke, Meister, für so viele unvergessliche Stunden der Flucht aus der Realität!

Das Besondere war, es sollte erreicht werden, ein realistisches, glaubhaftes Bild der Dinosaurier zu zeichnen und in einen Handlungsrahmen zu spannen, der den Zusammenprall der durch Äonen getrennten Tetrapoda Saurier und Mensch glaubhaft darstellt. Bis “Jurassic Park” wurden Saurier als Echsen gezeigt,

Tyrannosaurus, aufrecht gehend, den Schwanz wie eine Echse schleppend und wie ein Känguru als Stütze nutzend mit Echsenkopf und plumpen Krokodilfüßen.

die, wenn sie Jäger sind, auf ihren Hinterbeinen aufgerichtet gehen und den Schwanz als Stütze nutzen; im Grunde Krokodile auf zwei Beinen.

“Dinosaurier” heißt zwar “schreckliche Echse”, aber Echsen und Saurier haben “nur” gemeinsame Vorfahren miteinander und uns Säugern. Bei Echsen sind die Beine vom Körper abgewinkelt, Saurier balancieren im Gegensatz dazu, wie Säugetiere, ihr Gewicht über den Beinen.

Spielberg setzte auf neue Erkenntnisse: Saurier waren auch agile Jäger und balancierten ihr Gewicht mithilfe des Schwanzes als Gegengewicht auf den Hinterbeinen.

Hier war schon längst etabliert, wie gefährlich der Tyrannosaurus Rex für die Menschen ist.

Es wurde, erfolgreich, versucht, ein lebendiges Bild eines Tierökosystems zu zeichnen, indem Pflanzenfresser und Jäger in für sie typischer Weise dargestellt wurden. Die für den Menschen gefährlichen Fleischfresser waren im Film eine echte Gefahr und jagten einem Angst ein; insbesondere die Velociraptoren.

Wenn man das sieht, ist es im Film für einen wahrscheinlich zu spät.

Der Film katapultierte die Vorstellung über Dinosaurier in das neue Jahrtausend! Aber: Es gibt Fehler in der Darstellung, die damals bereits bekannt waren! So ist der als Velociraptor bezeichnete Saurier eher sein größerer Cousin Deinonychus. Zwei Gründe führten dazu, dass der in Wirklichkeit truthangroße Velociraptor Namensträger des Filmmonsters ist: Sein Name klingt aggressiver, lässt sich auch besser aussprechen, und er ist zu klein.

Im Film wird die lückenhafte DNA der Saurier mit Frosch-DNA ergänzt. Der Grund ist, dass die Pointe nicht verraten werden sollte: Saurier sind mit Vögeln verwandt. Als Alan Grant (Sam Neill)

vor dem Brachiosaurus steht, erklärt er begeistert, dass er sich darin bestätigt sieht, dass Saurier warmblütig gewesen seien.

So schön, so ergreifend diese Szene ist, sie wird sich, selbst, wenn man Saurier neu erschaffen könnte, nicht so abspielen können: In der Kreidezeit (“Jurassic” klingt aber cooler), in der diese Saurier lebten, war der Sauerstoffgehalt der Luft erheblich höher. Ohne diesen ist solch ein Riesenwuchs nicht möglich.

Wie in Hitchcocks “Die Vögel”, und wie in jedem anderen wirklich guten Film, sehen wir in “Jurassic Park” echten, glaubhaften Charakteren (mit einer Frau und einer Teenagerin als Heldinnen, die aber leider zu viel “Frau” für das heutige Sendungsbewusstsein im Kino sind) und ihrer Entwicklung im Angesicht der Ereignisse zu. Ein toller Film, der heute noch funktioniert.

In den folgenden Filmen der Reihe setzt man auf nicht verwendete Inhalte des zugrunde liegenden Romans, die Beliebtheit der bekannten Helden (die sich nicht mehr weiter entwickeln und dadurch langweilig sind) und die Schau- und Gruseleffekte. Nichts zu sehen, gehen Sie bitte weiter! Na gut, ganz so schlimm ist es nicht. Man kann den zweiten Teil noch gut gucken, auch wegen der wunderbaren Julianne Moore.

Eine tolle Frau! Toll, toll, toll!

Aber im Kern ist dieser Film sehr deutlich Popcorn-Kino mit herbeifabulierten Konflikten und mehr Remmidemmi als echte Spannung und Charakterzeichnung.

Teil 3 versenkte die Franchise. Sie wurde wiederbelebt mit dem humorvollen, charismatischen Charmebolzen der Extraklasse Chris Pratt.

Und das ist auch schon alles, was es über diese Filme zu sagen gibt. “Jurassic World” ist ein Star-Vehikel für einen tollen Star, dem ich von Herzen gönne, Star zu sein. Ansonsten: Noch mehr Krawall und Action, noch mehr Saurier, noch größere Menschenfresser. Und noch mehr Logiklöcher. Weil die Macher zynisch darauf setzen, dass sie aufgrund der vielen Action nicht auffallen.

“Jurassic Park” hat die Sicht auf die Dinosaurier revolutioniert. Das ist fast 30 Jahre her. “Jurassic World” gestaltet die bekannten Saurier ein wenig um, damit sie bedrohlicher aussehen, und erfindet einen neuen Superjäger, der aber vom plötzlich “lieben” T-Rex gekillt wird. Ansonsten bleiben die Saurier wie sie sind: Nach aktuellen Erkenntnissen falsch!

Die aktuellen Erkenntnisse sagen, dass nicht Tiere wie der Archaeopteryx

Der berühmte Fund im Schiefer von Solnhofen galt seit der Entdeckung als “missing link” zwischen Sauriern und Vögeln. Er belegt auch, dass Evolution stattfindet und die wissenschaftliche Theorie dazu wirklich Wissenschaft ist: Charles Darwin selbst hat belegt, dass die Evolutionstheorie die Kraft der Vorhersagbarkeit hat. Er hat nämlich gesagt, dass, wenn die Theorie stimme, man ein Tier finden müsse, das die Charakteristika des Archaeopteryx aufweisen müsse. Der Fund bestätigte ihn noch zu Lebzeiten.

die Flugfedern “erfanden” und damit zu den Vögeln führten, sondern, dass Saurier grundsätzlich gefiedert waren. Vögel sind die neotone Ausprägung von Sauriern! Wie wir die neotone des Homo Erectus.

Wenn “Jurassic World” eine Seele hätte, was “Jurassic World” nicht hat, denn “Jurassic World” will Box-Office-Hit und Popcorn-Kino sein, eine Seele wie “Jurassic Park”, die eine Franchise und ein Film nur mit einem beseelten Regisseur haben kann, dann sähe der Tyrannosaurus Rex nicht so aus

sondern etwa so:

Die Deckfedern des Körpers entsprachen dabei denen großer Laufvögel, wie etwa dem Emu:

Es gelang sogar bei einigen Sauriern, aufgrund der fossilisierten Federn Farben von Federn zu bestimmen. Der Archaeopteryx dürfte demnach etwa so ausgesehen haben:

Hier jagt ein Velociraptor einen kleineren Saurier (eventuell Compsognathus), aber das dargestellte Federkleid entspricht in der Färbung dem eines Archaeopteryx, wie man belegen kann. Der Archaeopteryx sah einer Elster in der Färbung ähnlich. Im Gegensatz zum abgebildeten Velociraptor hatte der Archaeopteryx Schwungfedern ebenfalls an den Beinen.

Die gefährlichen, mannsgroßen Deinonychus, die in der Franchise als Velociraptor bezeichnet werden, kann man sich nun so vorstellen:

Wenn das Hollywood nicht gruselig genug ist, dieses Design widerspricht nicht den neuen Erkenntnissen:

Dieses auch nicht:

Oder in bunt:

Denn es ist wie mit unseren heutigen Dinosauriern, die wir “Vögel” nennen: Es gibt viele Arten von Vögeln in allen möglichen Formen und Farben. Gleiches galt auch für die Saurier vor über 66 Millionen Jahren:

Und wie heute waren die Dinosaurierküken niedlich:

Süßer, kleiner T-Rex! Wirst mich doch nicht beißen, nicht? Aaaarrgh …

Warum sieht man das nicht? Weil den Machern Phantasie, Kreativität und Mut fehlen. Weil sie zynisch und desinteressiert eine Franchise melken wollen. Weil sie darauf setzen, dass man die Dinosaurier “mag”, wie man sie kennt. Weil die Film-Dinosaurier jetzt nur noch Monster sind und keine Tiere, von denen man sich vorstellen kann, dass es sie gegeben hat, die einem auch heute vertraut sein könnten, wenn es sie gäbe. Weil sie genau das gleiche Denken zeigen, das Saurier von dem originalen “King-Kong” bis in die Neunziger hinein als große Echsen präsentierte.

Heutiges Kino will nichts aufregend Neues kreieren. Es kann das auch gar nicht mehr, weil die Kreativität fehlt.

Aber wenn man weiß, dass Dinosaurier tatsächlich lebende Tiere waren, die so aussahen, wie oben dargestellt, sieht man heutige Vögel mit anderen Augen:

Ja, dieses Tier gibt es: Ein großer Laufvogel, der Kasuar.

Es bleibt festzuhalten: Hitchcocks “Die Vögel” ist ein Dinosaurierfilm.

Jetzt habe ich vor unseren Heimdinosauriern ein bisschen Angst.

 

Doch, irgendwie lustig

Der orange Utan im Weißen Haus führt, nach eigenen Worten, einen Krieg gegen die radikalen Marxisten in den USA. Unter anderem! Der Föhn-Frisur-Resthaarträger kämpft gegen die “radikalen Linken”, um die Statuen zu beschützen! Es wurden nämlich Statuen von Südstaaten-Akteuren “attackiert”, die in den Sechzigern aufgestellt worden waren, um die schwarze Bürgerrechtsbewegung anzugreifen. Der Ausrichter von Schönheitswettbewerben für heranwachsende Mädchen, bei denen er gerne unverhofft in die Umkleiden platzte, tut so, als ginge es auch um Religion. Raffiniert. Diese Statuen müssten auch geschützt werden! Dazu ruft er zu einer Petition auf:

Der Beitrag wurde gelöscht, als jemandem auffiel, dass diese Statue in Brasilien steht …

Doch, diese Idiotie ist auch irgendwie witzig.

Kurzer Austausch

Ich habe mich aus den sozialen Medien bereits weitgehend zurückgezogen. Meine Informationsquellen sind Zeitung, Nachrichten, seit ich nicht mehr so viel fahren muss nicht mehr Radio, und das Internet.

Hier erfuhr ich, dass diese entzückende junge Frau, Vanessa Guillen,

von ihrer Basis verschwand und jetzt Teile ihrer Leiche gefunden worden sind. Sie ist Opfer eines Gewaltverbrechens geworden, hatte vorher immer wieder versucht, gegen sexuelle Übergriffe in der Armee auf sie vorzugehen. Erfolglos. Nach ihrem Verschwinden waren die Ermittlungsbehörden offenbar, sagen wir mal, schwerfällig. Ihre Eltern und Freunde hielten ihr Verschwinden im Bewusstsein der Öffentlichkeit, sodass man sich gezwungen sah, weiter zu ermitteln. Fälle wie diese machen mich krank. Für mich gibt es da keinen Trost, keine Heilung.

Unter dem Beitrag zu dem Tod der jungen Frau schrieb ein Kommentator, Vanessa werde jetzt Frieden im Paradies finden. Ich antwortete, es gebe kein Paradies.

Den dann folgenden Gedankenaustausch mit einer anderen Kommentatorin stelle ich hier ein. Er ist ein seltenes Beispiel für eine ernsthafte Diskussion in den sozialen Medien, dafür, was sie sein könnten, durch Agitatoren, Trolle und Bots aber nicht sind. Und dafür, was ich über solchen “Trost” denke:

Unverfroren

Unverfroren ist ein viel zu milder Begriff. Aber Superlative sind mir schon lange ausgegangen, um die politische und gesellschaftliche Katastrophe, welche die USA heutzutage darstellt, zu kommentieren.

Ich wollte heute eigentlich einen schon angedachten realitätsfliehenden Artikel schreiben; mache ich vielleicht noch. Aber da kam mir mein Interesse am Weltgeschehen dazwischen: In vielen, besonders in von Krieg und Not betroffenen, Ländern entwickelt sich die Pandemie zu einer humanitären Katastrophe. Die, man kann es nicht anders nennen, bigotte und selbstgefällige Dämlichkeit der US-Führung sorgt dafür, das dieses hoch entwickelte Land in den Fallzahlen mit großem Abstand führt. “America first” of a kind.

Die Proteste gegen tödliche Polizeigewalt überproportional gegen afroamerikanische Bürger wurden derweil von weiteren Fällen angefacht: Ein leicht angetrunkener junger afroamerikanischer Mann, dessen Personalien bereits festgestellt worden waren und der, wie die Beamten auch feststellten, unbewaffnet war, bekam Panik und versuchte wegzulaufen. Er entwendete, als er von zwei Polizisten niedergerungen wurde, einen Taser, befreite sich, lief weg und schoss den Taser im Weglaufen auf seine Verfolger ab, ohne sie zu treffen. Ein Beamter schoss drei mal, zwei Kugeln trafen den Mann tödlich in den Rücken. Als er lag, “sicherte” der andere Beamte, indem er sich auf die Schultern des Liegenden stellte. Zwei Minuten verstrichen, bis sie medizinische Unterstützung anforderten. Der Mann starb. Der Milliardär-Darsteller im Weißen Haus sagt, der Mann habe sich nicht wehren dürfen.

Zu den vielen Vorfällen, deren Entsetzlichkeit unerträglich ist, gehört der eines 12-jährigen afroamerikanischen Jungen, der vor einigen Monaten im Park mit seiner Spielzeugpistole spielte. Anwohner alarmierten die Polizei. Der Streifenwagen fuhr vor, der Beamte eröffnete sofort das Feuer, der Junge starb noch am Ort. Wenn ich die Fälle jetzt nicht durcheinander bringe, was bei der großen Zahl durchaus sein kann, ist dieser Beamte nach wie vor im Dienst.

In den letzten Wochen wurden in der gleichen Region zwei afroamerikanische junge Männer im Abstand von 10 Tagen tot in öffentlichen Räumen an Bäumen hängend stranguliert aufgefunden. Die Polizei gab sofort als Todesursache Selbstmord an.

Während dessen sind immer noch Kinder, inzwischen seit Monaten, an der mexikanischen Grenze in Käfigen untergebracht und von den Eltern, die zurück geschickt worden sind, getrennt. Viele ohne Aussicht, je wieder von ihren Eltern gefunden zu werden. Einige der Kinder sind bereits umgekommen.

Menschenrechte bedeuten in den USA nichts mehr! Auf dem G-20-Gipfel erklärte Trump dem chinesischen Staatschef Xi, es sei richtig von ihm, Konzentrationslager für die Muslime seines Landes einzurichten. Im Weißen Haus äußerte er, er sei auch dafür, Journalisten einzusperren und ggf. hinrichten zu lassen. Der brutale Mord an dem amerikanischen Journalisten Jamal Khashoggi in der türkische Botschaft durch saudi-arabische Mörder ist für ihn demgemäß nichts Besorgniserregendes.

Trump will seine Wiederwahl-Kampagne starten. Er machte das mit einer Facebook-Anzeigenserie: Darin rief sein Wahlkampfteam zu einer “Petition” auf, die unterzeichnet werden solle. Diese “Petition” richte sich gegen Terrorismus der Antifa, Lügenpresse, Politiker und so weiter und so fort. Als Symbol wählte man ein auf der Spitze stehendes rotes Dreieck. Dieses Symbol wurde in nationalsozialistischen Konzentrationslagern für politische Gefangene und Homosexuelle verwendet. Die Zahl der Anzeigen wundert dann nicht mehr: Es sind 88. Der achte Buchstabe des Alphabets ist das H. Das ist so offensichtlich kein Zufall, dass selbst das, um es vorsichtig auszudrücken, rechts-tolerante Facebook diese Anzeigen wieder entfernt hat.

Die Maßnahmen der republikanischen Partei gegen echte demokratische Wahlen sind so vielfältig und das Wahlsystem so fehleranfällig, dass die Möglichkeit der Wiederwahl des orangen Utans trotz seiner derzeitig desaströsen Umfragewerte immer noch zu befürchten ist. Obwohl der schon von den Grundanlagen her ungebildete Doku-Soap-TV-Held sichtbar massiv abbaut, ist der Gegenkandidat Joe Biden nur noch dank seiner automatisierten politischen Routine auf den Beinen. Er ist ein extrem schwacher Kandidat und die demokratische Partei hat mit seiner Nominierung den Fehler von 2016 wiederholt, als Clinton nominiert worden war. Gut 25 % der US-Bevölkerung stehen zu Trump, egal was passiert. So schockierend das ist, das kann reichen, wenn sich die Wirtschaft der USA wieder erholt.

Die USA verstoßen massiv und brutal und absolut bewusst gegen Menschenrechte! Der Chefberater des übergewichtigen Fön-Frisur-Resthaar-Trägers ist Stephen Miller, ein misogyner Rassist und dünnes Männchen, dessen vor der Judenverfolgung in Deutschland geflohene Familie öffentlich ihr Befremden gegenüber seinen Überzeugungen bekundete. Die Erbärmlichkeit dieses Menschen zeigt sich besonders schön in einer Anekdote seiner Highschool-Zeit: Bei einem Sport-Event war ein Lauf für Mädchen angesetzt. Gegen Ende des Laufs lief der Hampelmann Miller plötzlich auf die Bahn und lief gegen die nun abgekämpften Mädchen, um die Überlegenheit des Mannes gegenüber der Frau zu beweisen. Stephen Miller steht hinter der Idee, Kinder an der Grenze von ihren Eltern zu trennen. Der narzisstische Möchtegern-Milliardär an der Spitze ist von solchen Gestalten umgeben. Fachleute werden abgeschossen. Ebenso wie Strafverfolger, die den haufenweisen illegalen Machenschaften des Möchtegern-Moguls und seines Umfeldes auf den Spuren sind, aus ihren Ämtern entfernt werden.

Der Möchtegern-Golf-Könner wollte seine Kampagne am 19. Juni in Tulsa, Oklahoma, starten. Der 19. Juni ist ein Datum, das dafür erinnert wird, dass die Bürgerrechte für die afroamerikanische Bevölkerung nach dem Bürgerkrieg in Kraft traten und Tulsa dafür, dass eine inzwischen mittelständische afroamerikanische Bevölkerung durch brutale Gewalt aufgerieben worden ist. Nach massiven Druck verschob Trump das Event – um einen Tag auf den 20. Er erklärte, dass nur durch ihn jetzt dankenswerter Weise bekannt geworden sei, wie wichtig dieser Tag wäre. Eine Beraterin wagte zu korrigieren, dass dieser Tag öffentlich durch das Weiße Haus gewürdigt werde. Ja, meinte die personifizierte Bildungsverweigerung, aber zum ersten Mal. Nein, widersprach darauf die Beraterin, in seiner Amtszeit jetzt zum dritten Mal. “Nun, gut, man sieht meinen Punkt.”, antwortete das Bunker-Bübchen im Amt.

Dank solcher Idioten und menschengemachter Katastrophen, ausgelöst durch solche Machthaber, stehen wir vor einer globalen Katastrophe, deren Spitze noch nicht erreicht ist! Wir stehen in Deutschland vergleichsweise gut da. Dafür kann man nur dankbar sein! Aber das ist noch kein Sieg über die Pandemie. Bei weitem nicht. Dabei hätten wir die Kompetenz, das in den Griff zu bekommen. Wir haben die Wissenschaft, wir haben die Technik. Aber wir haben eben auch solche Wahnsinnigen wie Trump.

Purer Ekel

Etwas anderes kann ich nicht empfinden für nur zwei (!) der vielen Beispiele der Staatsrüpelei und des Staatsterrors in den USA. Nicht darauf eingehen will ich, dass unidentifizierte und unidentifizierbare Truppen in Washington DC brutal gegen Demonstranten vorgingen. Niemand weiß, zu welcher Behörde diese Männer gehören. Man weiß nur, dass der Generalstaatsanwalt William Barr diese Truppen mobilisiert hat. Auch nicht auf die vielen, vielen Beispiele brutaler und widerrechtlicher Polizeigewalt.

Ich will nur zwei exemplarische Beispiele für Widerwärtigkeit bringen. Das erste ist eine Grafik des Propaganda-Senders Fox-News:

Die Beschriftung von oben nach unten:

  • Martin-Luther-King-Attentat
  • Rodney-King-Freispruch
  • Michael-Brown-Tod
  • George-Floyd-Tod

Die Polizisten, die Rodney King zu Tode prügelten und traten, wurden freigesprochen, und das führte zu Unruhen. Der 18-jährige Schüler Michael Brown wurde von einem Polizisten erschossen und jetzt George Floyd knapp neun Minuten lang erstickt. Fox-News stellt hier fest: Jedes Mal nach solchen Morden und Ungerechtigkeiten gegenüber Afroamerikanern gebe es einen Aufwärtstrend an der Börse. Ich bin derart angeekelt von dieser “Analyse”, dass ich mich nicht damit abgebe, auch nur einen Gedanken an diese Widerwärtigkeit zu verschwenden.

Aber der orange Utan im Weißen Haus kann das auch ganz gut: Der 75-jährige Menschenrechtsaktivist Martin Gugino wurde von Polizisten in Buffalo heftig gestoßen, fiel und verletzte sich schwer. Er liegt unter kritischen Bedingungen im Krankenhaus. Nach dem Sturz wurde ein Beamter, der sofort helfen wollte, von einem anderen Beamten weggezogen und ein weiterer schaute missbilligend den Kopf schüttelnd auf Gugino runter. Dazu meint der Multimilliardär-Darsteller im Amt:

“Buffalo-Demonstrant gestoßen von der Polizei könnte ein Antifa-Provokateur sein. 75 Jahre alter Martin Gugino wurde weggestoßen, nachdem er die Polizei-Kommunikation zu scannen schien, um das Equipment lahmzulegen. Ich schaute OANN, er fiel härter, als er gestoßen wurde. Hat Scanner gezielt. Könnte eine Falle sein?”

Meine Damen und Herren: So einen verschwörungstheoretischen, widerwärtigen, menschenverachtenden Quatsch schreibt der mächtigste Mann der Welt! Das Bunker-Bübchen lässt das Licht ausmachen, verkriecht sich im Bunker, fordert 10.000 Soldaten und Panzer an, die in Washington patrouillieren sollen (er bekam keine Panzer aber 1.600 Soldaten plus Kräfte, die nicht zugeordnet werden können) und schrieb in 24 Stunden 75 (!) Tweets!

Kompletter Wahnsinn.

USA = faschistische Ideokratie

Man kommt nicht mehr hinterher. Trump ist der fleischgewordene Internet-Troll, der einen Schwachsinn nach dem anderen da heraus zieht, wo die Sonne nie hin scheint, und mit verbalen Fäkal-Attacken um sich wirft. Im Gegensatz zum Troll weiß Trump aber oft nicht, wie unglaublich dumm und anmaßend sein Schwachsinn ist.

Nur ein paar Beispiele der systemischen Polizeigewalt in den USA:

  • In New York wird ein die Straße am Zebrastreifen überquerender Fahrradfahrer zuerst von einem Polizisten wiederholt mit seinem Schlagstock geschlagen. Dann kommen weitere Polizisten zu Hilfe und gemeinsam wird der Fahrradfahrer schlicht und einfach zusammengeschlagen:

Genfer Konvention? Menschenrechte? Demokratie? Pfff, ihr Weicheier! Trump und diese Polizisten! Das sind noch echte Kerle!

  • In North Carolina wird ein Ersthilfe-Stand von Polizisten zerschmettert und die Schwestern und Ärzte weg geprügelt (und einer diabetes-erkrankten Frau ihr Insulin weggenommen. Und nicht wieder gegeben. Der Polizist grinsend: “Ich weiß, was Diabetes ist.”). Nicht, dass man gerade in dieser Zeit diesen Menschen besonders dankbar sein müsste, nicht wahr?
Zerstörter Stand mit stolzen Polizisten
Geschlagene und verzweifelte Ersthelferin

Trump fordert die Gouverneure auf, nicht stolz zu sein, sondern die Polizeikräfte aufzufordern, die Straßen zu “dominieren” und härter gegen die Proteste wegen des Polizeimordes an George Floyd vorzugehen. Und dann sagt er dies: “Hoffentlich guckt George genau jetzt herunter und sagt: ´Das ist ein großartiges Ding, das gerade für unser Land passiert!` Es ist ein großartiger Tag für ihn, es ist ein großartiger Tag für jeden. Es ist ein großartiger Tag für jeden. Es ist ein großartiger, großartiger Tag.”

Die brutale Idiotie dieses Mannes ist unerträglich.

Der entsetzlicherweise nominierte Kandidat der Demokraten, Joe Biden, führt in Umfragen einigermaßen deutlich. Das heißt noch gar nichts. Eines aber ist klar: Der offensichtliche Faschist Trump wird nicht geräuschlos gehen. Er ist der erste Präsident, der sich geweigert hat, seinen Vorgänger einzuladen und dessen Porträt in die Galerie zu hängen.

  • Aber keine Sorge: Es trifft nicht nur Jugendliche, die protestieren. Es trifft auch beispielsweise 75-Jährige, die nach Hause wollen und im Weg sind [EDIT: Beim nochmaligen Ansehen fiel mir auf, dass der Mann einen Polizei-Helm in seiner linken Hand hält. Er scheint also auf die Polizei zugegangen zu sein, um diesen zu übergeben. EDIT 2: Der misshandelte Mann ist Martin Gugino. Er ist zeitlebens ein Aktivist für Menschenrechte und sah die Polizei auf die jungen afroamerikanischen Protestierenden zu marschieren. Er liegt derzeit, 8.6., unter stabilen aber kritischen Bedingungen im Krankenhaus und ist nicht außer Lebensgefahr.]:
Der 75-Jährige wird in gut erprobter Weise mit einem Stoß vor die Brust aus der Balance gebracht.
Er kann sich nicht halten und taumelt mehrere Meter zurück, bevor er fällt und mit einem knackenden Geräusch mit dem Schädel auf das Pflaster schlägt.
Ein Polizist beugt sich zu dem Bewusstlosen, wird von seinem Kollegen aber an der Schutzweste weggezogen. Ich habe den Bildausschnitt bewusst so gewählt, dass die Folgen des Sturzes nicht zu sehen sind.
Die Kräfte, “Zu schützen und zu dienen”, ziehen weiter. Der Mann bleibt blutend, bewusstlos, schwer verletzt liegen. 75 Jahre alt.
Schließlich braucht man ja alle Kräfte, um den wenige Meter entfernt mit gefährlich erhobenen Händen stehenden Demonstranten zu verhaften!
  • In New York hält ein Mann mit seinem Auto an, um sich darüber zu beschweren, dass er und seine im Auto sitzende Frau zuvor mit Tränengas beschossen worden seien. Er steht auf der Fahrerseite in der offenen Tür und stellt die Polizisten zur Rede: Was ihnen einfiele, Bürger zu beschießen, die nichts getan hätten. Seine Frau sei schwanger und durch den Beschuss in Gefahr. Der aufgebrachte Mann schimpft eine Weile. Dann eröffnet die Polizei das Feuer auf ihn, das Auto und die schwangere Frau mit “weniger lethaler Munition”, wie es in den USA heißt. Die Gummigeschosse treffen ihn mehrfach, er sackt zusammen, splitterndes Glas der Windschutzscheibe und der Seitenscheiben spritzt mehrfach auf, Einschläge im Blech sind zu hören, der Mann lässt sich auf den Fahrersitz fallen und bringt seine Frau flüchtend in Sicherheit.
  • In der Zwischenzeit sitzen friedliche Demonstranten zusammengeschlagen seit mehr als zwei Tagen im Gefängnis. Ohne Anklage. Das ist in den USA widerrechtlich. Also wurde ein New Yorker Gericht angerufen. Der Richter hat verordnet, dass keine Klageerhebung erforderlich ist. Die Demonstranten sind also inhaftiert und ein Ende ist nicht in Sicht.

Derweil hat Trump angewiesen, dass die Ökonomie befeuert werden soll, indem man keine Umweltverträglichkeitsprüfungen mehr durchführt und freut sich, dass der Börsenindex etwas hoch geht. “Hoffentlich guckt George genau jetzt herunter und sagt: ´Das ist ein großartiges Ding, das gerade für unser Land passiert!` Es ist ein großartiger Tag für ihn, es ist ein großartiger Tag für jeden. Es ist ein großartiger Tag für jeden. Es ist ein großartiger, großartiger Tag.”

Die USA bewegen sich nicht auf eine faschistische Staatlichkeit zu, sie sind schon drin.

Eine Gesellschaft zerfällt, Nachtrag

Um Demonstranten zu erschrecken lässt Trump Helikopter unterhalb der Gebäudehöhe über Demonstranten schweben. Eine militärische Einschüchterungstaktik aus Kriegsgebieten. Den friedlichen Protest singender und tanzender Menschen lässt er mit Tränengas und Gummigeschossen und berittenen Polizisten und Blendgranaten auflösen, um vor einer Kirche so zu tun, als sei er Christ. Der Kirche wurde das nicht angekündigt. Der Priester selbst ist unter den Opfern der Gas-Attacke. Reporter sind unter der auseinander getriebenen Menge friedvoller Demonstranten.

Washingtoner Polizist hinter seinem Schild schlägt einem australischen Kameramann, Tim Meyers, der beobachtend an der Seite und nicht im Weg steht, ins Gesicht. Die Faust des Polizisten taucht gerade im Bild links über dem Schild auf.
Jetzt ist es zu spät, dem Treffer auszuweichen. Besonders, wenn man eine schwere Kamera trägt.
Das letzte klare Bild vor dem Gesichtstreffer. Wer jetzt noch bezweifelt, dass die USA sich immer weiter von der Rechtsstaatlichkeit entfernen und unter Trump in den Faschismus driften, ist entweder unehrlich, oder, lasst es uns offen sagen, unfassbar dumm.
Die entsetzte Reporterin Emilia Brace berichtet atemlos, panisch und fassungslos, wie sie mit ihrer Crew von der Polizei gejagt worden ist. In einem angeblich demokratischen Land, einem angeblich alliierten.
Aus anderer Perspektive: Der Polizist holt mit seinem Schild aus, um dem rechts im Bild stehenden Kameramann in die Magengrube zu schlagen. Völlig unbeeindruckt davon, bei diesem unnötigen und widerrechtlichen Gewaltakt von der australischen Presse aufgenommen zu werden.
Der Kameramann sackt nach dem blitzschnell ausgeführten und für ihn unvorhersebaren Schlag zusammen.
Und hier folgt der schon dokumentierte Schlag ins Gesicht.
Mehrere Polizisten kommen hinzu, um ihren Kollegen zu unterstützen – gegen den nun offenbar benommenen Kameramann auch dringend erforderlich, weil der so gefährlich ist.
Seine mutige Kollegin Emilia packt den Wehrlosen am Kamerageschirr und leitet ihn aus dem Gefahrenbereich, während einer der anderen Polizisten bereits mit dem Schlagstock ausholt. Er möchte schließlich auch ein bisschen an der Action teilhaben!
Zum angemessenen Selbstschutz und als adäquate Maßnahme gegen diese hoch gefährliche Frau schlägt der Polizist mit dem Schlagstock zu und trifft sie leider nur knapp unter ihrem Genick. Aber er hat bestimmt noch viel Gelegenheit, seine Treffsicherheit zu entwickeln.

Das total religiöse und sagenhaft überzeugende Ergebnis sieht dann so aus:

Es gibt Reporter, die sagen, er habe die Bibel falsch herum gehalten. [EDIT: Nahaufnahmen zeigen allerdings, dass das nicht stimmt.]
Reporterin: “Ist das ihre Bibel?”

Multimilliardär-Hochstapler im Amt: “Das ist eine Bibel.” Mit Betonung auf “eine”.

Na, dafür hat es sich doch gelohnt, die eigenen Bürger mit Tränengas, Pfefferspray und Gummigeschossen zu verletzen.

Immer wieder ist es ein Vorwand der USA, in andere Länder einzumarschieren, weil sie chemische Waffen gegen ihr eigenes Volk richten würden. Tränengas ist ein militärisches chemisches Kampfmittel. Es wird von den USA (!) gegen die eigenen Bürger eingesetzt. Damit der orange Utan so tun kann, als sei er religiös. Ein Buch hochhaltend, das er nicht kennt (“Können sie etwas aus der Bibel zitieren? Ein Satz, der ihnen besonders wichtig erscheint?” – “Darauf möchte ich nicht eingehen, denn für mich ist das sehr persönlich.” – “Sind sie ein Alter-Testament-Typ oder ein Neuer-Testament-Typ?” – “Wahrscheinlich beides. Wahrscheinlich beides.”) und mit seiner schwach entwickelter Lesekompetenz auf Grundschulniveau auch nie lesen wird.

Eine Gesellschaft zerfällt

Der brutale gemeinschaftliche Mord der Polizei von Minnesota [EDIT: Minneapolis] an George Floyd führte zu nachhaltigen landesweiten Protesten in den USA.

Jugendliche Mädchen beim Protest gegen den Polizeimord an George Floyd. Sie sind so bedrohlich, dass neben der schon vorhandenen Polizeigewalt Nationalgarde, Bodentruppen und Fliegerstaffeln gegen sie eingesetzt werden sollen.

Die Bandbreite des Polizeiverhaltens ist groß, hat aber eine Tendenz. Zwar gibt es Polizeikräfte, die sich dem Protest sogar anschließen, vor allem aber gibt es Polizeigewalt.

Nur als Standbild, aber man sieht die Vorfreude des Polizisten im Gesicht: Im Video tritt er mit pendelndem Oberkörper und wackelndem Kopf breitbeinig stehend von einem Fuß auf den anderen. Dann sieht er nach links, macht einen Demonstranten aus und stürmt darauf zu.

Man sieht unangemessenen Einsatz von Tränengas, von Pfefferspray

Dieses Kind in Seattle wurde direkt und absichtlich von Pfefferspray eines Polizisten getroffen und schreit vor Schmerzen. USA – Land of the free.
Diese gefährliche junge Frau ist beim Weggehen von der Demonstration nur mit überraschendem Einsatz von Pfefferspray unter Kontrolle zu bekommen.

unter anderem aus einem unbehindert passierendem Polizeiwagen,

von Pfefferspray gegen Jugendliche, die einem gestürzten hoch helfen wollen.

Man sieht, wie Polizisten Jugendlichen unvermittelt vor die Brust stoßen, sodass sie meterweit nach hinten fliegen und auf das Pflaster knallen.

Man sieht, wie ein schlankes, hübsches Mädchen mit schwarzem Tanktop, Shorts und Sneaker total aggressiv und militärisch und bedrohlich gekleidet nach so einem Stoß sich benommen aufrappelt.

Das Mädchen landet nach dem Stoß des Polizisten nach gut zwei Metern Flug durch die Luft auf dem Pflaster.

Wie ein sehr schlanker, vielleicht etwa 60 kg schwerer Junge von einem bulligen Polizisten buchstäblich aus seinen Schuhen gestoßen mit dem Kopf auf die Bordsteinkante schlägt und nicht mehr aufstehen kann.

Man sieht berittene Polizisten über Jugendliche reiten und ein Pferd ein Mädchen im schwarzen Tanktop niedertrampeln.

Polizeiwagen, die protestierende Jugendliche überfahren.

Gefährliche Mädchen werden glücklicherweise von heldenhaften Polizisten in Schach gehalten.

Man sieht Polizisten, die Reporter, welche sich auswiesen (!), vor laufenden Kameras verhaften und schlagen. Alles das ist keine Übertreibung und hat mit angemessenem Verhalten gegenüber Demonstranten in einer Demokratie nichts zu tun.

Trump lässt derweil das Licht im und am Weißen Haus löschen, tut so, als wäre “niemand zuhause” und versteckt sich im Bunker des Gebäudes. Gestern Nacht “erklärte” er im Rosengarten und zuvor per Twitter, was er zu tun gedenkt, nachdem er “Antifa” als terroristische Vereinigung eingestuft hatte (was “Antifa” nicht sein kann, denn das ist keine Vereinigung):

  • Er fordert die Gouverneure zu härterem Durchgreifen auf und will diejenigen, die das nicht tun, dazu zwingen.
  • Er wolle die Protestanten für zehn Jahre und mehr einsperren, dann würde “so etwas nie wieder” auftreten.
  • Er fordert von den Gouverneuren, die Nationalgarde anzufordern, um die Straßen zu “dominieren”.
  • Er würde “grausame Hunde” und “unheilvolle Waffen” auf die “Terroristen” ansetzen.
  • Er erklärt, dass er das Militär einsetzen werde, um mit Waffengewalt vorzugehen. Gegen die eigenen Bürger mit dem Militär!
  • Er erinnert an den zweiten Zusatzartikel.

Wer sich fragt, “Was soll das mit dem zweiten Zusatzartikel?”, dem möchte ich das erklären: Der zweite Zusatzartikel regelt, nach absichtlich falscher Interpretation der reaktionären Kräfte in den USA, das Recht auf Waffenbesitz- und Gebrauch. Dieses Recht völlig zusammenhanglos anzusprechen ist nichts anderes als ein wohlverstandener Code an die faschistoiden Waffenträger, Waffen gegen die Demonstranten einzusetzen. Trump versucht tatsächlich, einen asymmetrischen Bürgerkrieg vom Zaun zu brechen!

Und das funktioniert: Ein LKW-Fahrer fühlte sich berufen, seinen Truck gegen Demonstranten einzusetzen und in eine Gruppe von protestierenden Menschen zu fahren. Der Highway war gesperrt. Der Truckfahrer umfuhr die Sperrung, um absichtlich in die Demonstranten zu fahren.

Menschen rennen auseinander, als der Truck ungebremst auf sie zuhält. Zum Glück ist niemand gestürzt oder war gehbehindert, und zum Glück behinderten sich die Menschen nicht gegenseitig.

Trump ist aber nur das Symptom eines größeren Problems: Senatoren der Republikaner und die Sprecherin des Weißen Hauses geben vor, als was die Demonstranten zu sehen seien. Als  “Antifa-Terroristen” und “Anarchisten”. Senator Tom Cotton spricht von Luftunterstützung einer Militär-Luftlandedivision gegen die zum größten Teil jugendlichen Demonstranten.

Trump wird versuchen, dies politisch zu nutzen, um im Amt zu bleiben. Ein zunehmend mental degenerierender Doku-Soap-Darsteller, der davon lebte, so zu tun, als sei er Milliardär, ein wirklich dummer, feiger Mensch ist erfolgreich dabei, die Demokratie der USA zu zerstören.

More to come

In Michigan haben jetzt mit automatischen Gefechtsgewehren schwer bewaffnete “Demonstranten” gegen die Corona-Maßnahmen das Regierungsgebäude besetzt. Zivilisten, angestachelt von ihrem eigenen Präsidenten, aufgeputscht von rechten Kräften, die bereits an der Regierung sind!

Vernunft ist nicht mehr zu erwarten, wenn es um die USA geht. Alles ist jetzt möglich.