Ich beklage mich nicht

Ich stelle nur fest: Meine berufliche Karriere ist ja ereignisreich. Es ist eben schwer und kein gerader Weg zum Studienabschluss und zur Berufsausübung gewesen. Die Finanzierung dieses Abenteuers gelang mit BAFöG-Hilfe (vollständig zurückgezahlt) und mithilfe meiner Bank. Eine andere Bank als meine hat den Slogan “an Ihrer Seite” zu sein. Aber meine war es.

Studium, Instrumente, Arbeit für die Vereine, eigener Betrieb: kreditfinanziert. Leben von der Hand in den Mund, immer gerade so, dass es geht. Als ich meinen Betrieb einrichtete, sagte ich meinem Sachbearbeiter in der Bank bei der Beantragung des Kredites, dass ich kein Spieler bin und das beenden würde, wenn sich abzeichnete, dass es nicht geht. Nun wurde es unverschuldet knapp und das Angebot der Landesbehörde kam. Also zog ich die Reißleine.

Während der Zeit meiner Eignungsfeststellung ließ ich alle finanzielle Regelungen wie sie waren: Verschieden Kreditverträge aus verschiedenen Anlässen bei zwei Instituten liefen noch. Jetzt ist die Festanstellung da, und ich hielt es für sinnvoll, das Ganze vor diesem Hintergrund (erneut) aufzuräumen und unter einem Vertrag in einem Haus zu versammeln.

Wie gesagt beklage ich mich nicht. Im Gegenteil! Meine Bank hat mir immer, auch wenn es mal ganz eng war, geholfen! Sie bot mir Stundungen an, als vor den Sommerferien 2018 die, leider vor großen Ferien üblich gewordenen, Kündigungen hereinkamen. Das hätte aber nur kurzfristig geholfen und mich nach den Ferien dreimal so schwer wieder heimgesucht; auch oder vor allem, weil ich aus der Künstlersozialversicherung herausgefallen wäre.

So auch jetzt wieder: Freundliche, kompetente, zuvorkommende Beratung und Regelung der Finanzen durch meine Bank. Ich beklage mich nicht. Aber ich stelle etwas fest!

Ich stelle nämlich fest: Hätte ich diese Vertragsbedingungen als Selbständiger bekommen – ich säße heute noch glücklich in meinem Betrieb, würde unterrichten und davon leben können.

Und das ist, bei allem Glück, das ich gerade in meiner neuen und letzten beruflichen Aufgabe meines Lebens erfahre, doch ziemlich bitter.

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