Eine Gesellschaft zerfällt

Der brutale gemeinschaftliche Mord der Polizei von Minnesota [EDIT: Minneapolis] an George Floyd führte zu nachhaltigen landesweiten Protesten in den USA.

Jugendliche Mädchen beim Protest gegen den Polizeimord an George Floyd. Sie sind so bedrohlich, dass neben der schon vorhandenen Polizeigewalt Nationalgarde, Bodentruppen und Fliegerstaffeln gegen sie eingesetzt werden sollen.

Die Bandbreite des Polizeiverhaltens ist groß, hat aber eine Tendenz. Zwar gibt es Polizeikräfte, die sich dem Protest sogar anschließen, vor allem aber gibt es Polizeigewalt.

Nur als Standbild, aber man sieht die Vorfreude des Polizisten im Gesicht: Im Video tritt er mit pendelndem Oberkörper und wackelndem Kopf breitbeinig stehend von einem Fuß auf den anderen. Dann sieht er nach links, macht einen Demonstranten aus und stürmt darauf zu.

Man sieht unangemessenen Einsatz von Tränengas, von Pfefferspray

Dieses Kind in Seattle wurde direkt und absichtlich von Pfefferspray eines Polizisten getroffen und schreit vor Schmerzen. USA – Land of the free.
Diese gefährliche junge Frau ist beim Weggehen von der Demonstration nur mit überraschendem Einsatz von Pfefferspray unter Kontrolle zu bekommen.

unter anderem aus einem unbehindert passierendem Polizeiwagen,

von Pfefferspray gegen Jugendliche, die einem gestürzten hoch helfen wollen.

Man sieht, wie Polizisten Jugendlichen unvermittelt vor die Brust stoßen, sodass sie meterweit nach hinten fliegen und auf das Pflaster knallen.

Man sieht, wie ein schlankes, hübsches Mädchen mit schwarzem Tanktop, Shorts und Sneaker total aggressiv und militärisch und bedrohlich gekleidet nach so einem Stoß sich benommen aufrappelt.

Das Mädchen landet nach dem Stoß des Polizisten nach gut zwei Metern Flug durch die Luft auf dem Pflaster.

Wie ein sehr schlanker, vielleicht etwa 60 kg schwerer Junge von einem bulligen Polizisten buchstäblich aus seinen Schuhen gestoßen mit dem Kopf auf die Bordsteinkante schlägt und nicht mehr aufstehen kann.

Man sieht berittene Polizisten über Jugendliche reiten und ein Pferd ein Mädchen im schwarzen Tanktop niedertrampeln.

Polizeiwagen, die protestierende Jugendliche überfahren.

Gefährliche Mädchen werden glücklicherweise von heldenhaften Polizisten in Schach gehalten.

Man sieht Polizisten, die Reporter, welche sich auswiesen (!), vor laufenden Kameras verhaften und schlagen. Alles das ist keine Übertreibung und hat mit angemessenem Verhalten gegenüber Demonstranten in einer Demokratie nichts zu tun.

Trump lässt derweil das Licht im und am Weißen Haus löschen, tut so, als wäre “niemand zuhause” und versteckt sich im Bunker des Gebäudes. Gestern Nacht “erklärte” er im Rosengarten und zuvor per Twitter, was er zu tun gedenkt, nachdem er “Antifa” als terroristische Vereinigung eingestuft hatte (was “Antifa” nicht sein kann, denn das ist keine Vereinigung):

  • Er fordert die Gouverneure zu härterem Durchgreifen auf und will diejenigen, die das nicht tun, dazu zwingen.
  • Er wolle die Protestanten für zehn Jahre und mehr einsperren, dann würde “so etwas nie wieder” auftreten.
  • Er fordert von den Gouverneuren, die Nationalgarde anzufordern, um die Straßen zu “dominieren”.
  • Er würde “grausame Hunde” und “unheilvolle Waffen” auf die “Terroristen” ansetzen.
  • Er erklärt, dass er das Militär einsetzen werde, um mit Waffengewalt vorzugehen. Gegen die eigenen Bürger mit dem Militär!
  • Er erinnert an den zweiten Zusatzartikel.

Wer sich fragt, “Was soll das mit dem zweiten Zusatzartikel?”, dem möchte ich das erklären: Der zweite Zusatzartikel regelt, nach absichtlich falscher Interpretation der reaktionären Kräfte in den USA, das Recht auf Waffenbesitz- und Gebrauch. Dieses Recht völlig zusammenhanglos anzusprechen ist nichts anderes als ein wohlverstandener Code an die faschistoiden Waffenträger, Waffen gegen die Demonstranten einzusetzen. Trump versucht tatsächlich, einen asymmetrischen Bürgerkrieg vom Zaun zu brechen!

Und das funktioniert: Ein LKW-Fahrer fühlte sich berufen, seinen Truck gegen Demonstranten einzusetzen und in eine Gruppe von protestierenden Menschen zu fahren. Der Highway war gesperrt. Der Truckfahrer umfuhr die Sperrung, um absichtlich in die Demonstranten zu fahren.

Menschen rennen auseinander, als der Truck ungebremst auf sie zuhält. Zum Glück ist niemand gestürzt oder war gehbehindert, und zum Glück behinderten sich die Menschen nicht gegenseitig.

Trump ist aber nur das Symptom eines größeren Problems: Senatoren der Republikaner und die Sprecherin des Weißen Hauses geben vor, als was die Demonstranten zu sehen seien. Als  “Antifa-Terroristen” und “Anarchisten”. Senator Tom Cotton spricht von Luftunterstützung einer Militär-Luftlandedivision gegen die zum größten Teil jugendlichen Demonstranten.

Trump wird versuchen, dies politisch zu nutzen, um im Amt zu bleiben. Ein zunehmend mental degenerierender Doku-Soap-Darsteller, der davon lebte, so zu tun, als sei er Milliardär, ein wirklich dummer, feiger Mensch ist erfolgreich dabei, die Demokratie der USA zu zerstören.

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