Wertverlust

Wir erleben gerade eine weltweite Katastrophe, die uns als Weltgemeinschaft auf die Probe stellt. Hätten wir als Art vergangene Katastrophen nicht überstanden, wären wir nicht hier. Das ist aber ein schwacher Trost, denn Überstehen allein reicht nicht. Wir sollten die Katastrophe meistern und danach gestärkt daraus hervorgehen. Wir sollten als philosophisch aufgeklärte und wissenschaftlich gebildete Menschen in der Lage sein, die Krise intelligent und human zu bewältigen.

Ich persönlich befinde mich derzeit in einer Art Schwerelosigkeit. Durch die Aufgabe meines eigentlichen Berufs und den Verlust meiner in Jahrzehnten aufgebauten Schülerschaft ist neben der Verbitterung eine gewisse emotionale Leere entstanden, die ich, gegen meine vernünftige Absicht, dadurch zu füllen versuchte, mich für meinen vorigen Arbeitgeber bis zum Umfallen zu verausgaben. An meiner neuen Arbeitsstelle setze ich mich ein, aber halte innerlich professionelle Distanz. Zumal auch immer noch nicht klar ist, ob meine Beschäftigung dort von Dauer sein wird, was ich mir sehr wünsche.

Das mich dadurch zunehmend beschleichende Gefühl, dieser Leere bewusst zu werden, brach nun durch die Quarantäne und die privaten Umstände voll durch. Ich neige glücklicherweise nicht zu Depressionen und lebe sehr glücklich, aber ich muss sagen, dass durch den neuen Tagesablauf nicht mehr professionell und hinreichend an den Instrumenten arbeiten zu können mir schwer aufs Gemüt schlägt. Weil ich auf benötigte Fachliteratur zur weiteren Arbeit an den Fragen zur Sprachentwicklung warten muss, liegen auch diese auf Eis.

Leider brauche ich auch für die Bearbeitung meines Medleys “Zurück in die Zukunft” gerade eine kreative Pause: Ich habe weiter geschrieben und Arbeit reingesteckt, aber jedes Mal, wenn ich mich am nächsten Tag wieder dran setzte, gefiel mir die Arbeit vom Vortag nicht mehr und ich verwarf sie. Dazu kommt, dass ich noch Titel hinein genommen habe, um auch den dritten Teil der Film-Trilogie zu repräsentieren. Dadurch verliert aber das beabsichtigte Finale seine Wirkung, weil die Elemente des Haupttitels als Verbindung zwischen den Titeln eingesetzt sind und deshalb zu verbraucht sind. Eigentlich müsste ich daher das ganze Medley umbauen, aber weil wir schon geprobt haben, möchte ich das eigentlich nicht. Wenn mir so etwas passiert, lege ich immer eine Pause ein, um mit einem frischen Blick neu dran zu gehen; manchmal stellt sich heraus, dass ich Gespenster sehe, wo keine sind, manchmal habe ich den richtigen Einfall, um weiter zu machen. Also setze ich mich vertretungsweise jetzt mal hin und schimpfe über den Verfall von Werten:

Der Begriff “Hochkultur” klingt elitär. So meine und sehe ich ihn aber nicht. Als ich noch auf Facebook war, hatte ich eine heftige Debatte mit einem meiner Facebook-“Freunde”. Ich hatte immer wieder mal Arbeit von mir verlinkt, gerne mal auf großartige Musiker hingewiesen und die bedrohliche Lage der Musikszene beschrieben, indem ich deutlich machte, wie wenig man als studierter Musiker von seiner Arbeit leben kann. Mein “Freund” vertrat daraufhin den Standpunkt, dass das ja auch ganz richtig so sei, denn man müsse nicht studieren, um Musiker zu sein. Die ganze Szene der klassischen Musik sei überflüssig, Musik sei eine Pseudoreligion mit ihr zugesprochenen Wunderwirkungen, die sie nicht habe, mein Studium und meine Berufsausübung seien erfolglose Versuche, in einem elitären Kreis Fuß zu fassen und mich anzubiedern. Diese Versuche seien aussichtslos, weil es nicht um eine objektive persönliche Leistung sondern nur um Beziehungen und Musiker-Dynastien ginge. Alle Subventionen seien zu stoppen. Was sich nicht am Markt durch eigene Kraft halten könne, hätte keinerlei Existenzberechtigung.

Obwohl ich Musik aus Interesse und dem Wunsch, möglichst hohe Qualifikation und Expertise zu erlangen, studierte, und er mir also Motive unterstellte, die ich nicht hatte, war an jenem Argument, dass es einen elitären Kreis gebe, natürlich etwas dran. Dafür hatte ich in meiner (fast muss ich selber lachen) “Karriere”  bereits genug Beispiele gesammelt. Als Beispiel, das für niemanden jemals eine Rolle spielte, spielt oder spielen wird: Obwohl ich für das Gubaidulina-Festival ein Arrangement beisteuerte, viele Stunden gemeinsam mit der Initiatorin dieses Festivals, dem Orchester und den Solisten arbeitete und auch dirigierte, war ich der einzige ausführende Künstler oder Leiter, der nicht im Programm als Leiter seines Klangkörpers erwähnt wurde. Der einzige. Selbst die Leiter, die mit Schulkindern Klatsch-Improvisationen oder ähnliches machten, wurden namentlich genannt. Im Entwurf war ich offenbar drin, denn ich wurde telefonisch gefragt, ob mein Name und meine Funktion richtig geschrieben und genannt worden sind, ich bestätigte das. Im Druck war ich dann aber nicht mehr zu finden. Und darüber hinaus gab mir mein Dachverband für meine Arbeit einen aufs Dach (ach, deshalb ist das ein Dachverband! Na, darauf hätte ich auch früher kommen können). Andererseits tauchte mal auf anderer Bühne ein junger Mann auf, der der Sohn von einem wichtigen Musiker XY war, und ließ eine Komposition von sich im Stile Gubaidulinas erklingen, in der ich weder Gubaidulina erkannte – noch etwas, das man Komposition nennen könnte. Als dann für ihn applaudiert wurde, klatschte er auch für sich…

Alles andere, was mein Facebook-“Freund” so vom Stapel ließ, würde ich heute als “Trollen” bezeichnen. Zur Erklärung: Im Internet bezeichnet man als Trolle Personen, die sich nur um der Provokation Willen äußern. Wortverdrehungen, Beleidigungen, Dummheiten, alles ist gut, wenn man nur erreicht, dass der Andere sichtbar emotional reagiert. Tut er das nicht, unterstellt der Troll das einfach. Jedenfalls, in der Auseinandersetzung mit diesem “Freund” habe ich die Bedeutung der musikalischen Hochkultur in Deutschland erklärt; sie hat Bedeutung, wie ich hier sicher nicht ausführen muss.

Im echten Leben hatte ich solche Streitgespräche um Musik auch, aber sie verliefen selten ausführlich. Denn meistens sind Menschen nicht an einer Diskussion interessiert, sondern nur an Äußerungen von Statements, die möglichst unwidersprochen sein sollen. Mir sind mehrere solcher kurzen Gespräche in Erinnerung, eines will ich skizzieren: Als ich ein Orchester übertragen bekommen hatte, saß ich nach einem Auftritt mal mit einer der Stimmführerinnen zusammen. Sie fragte mich nach meinen Vorstellungen, wie ich mit dem Orchester weiterarbeiten wolle. Eine gute Frage, die mir vor der Übertragung aber niemand gestellt hatte, die ich aber natürlich eindeutig, klar und ohne Zögern beantworten konnte: Bei meinen Konzerten gibt es immer einen anspruchsvollen Kern großer, aufwendiger und anspruchsvoller Werke mit künstlerischem Gehalt und virtuosem Anspruch und daneben unterhaltsame kurze Stücke. Authentizität und Emotionalität sind die Seele, die orchestrale Kompetenz (personell wie individuell) sollte durch klassische Werke, Originalliteratur und Wettbewerbsteilnahmen ausgebaut werden. Das Orchester frage ich beim Aufbau des Programms immer nach Wünschen. Dieses klare Konzept ließ sie kalt. Anstatt darauf einzugehen, womit ich gerechnet hatte, denn immerhin hatte sie ja danach gefragt, antwortete sie, sie hielte nichts von klassischer Musik. Das Orchester habe mal “das Lied ´Largo`” gespielt (sie bezeichnete tatsächlich, ich denke auch heute noch, Stücke immer als “Lied”; egal, ob sie eines sind oder nicht). Sei total langweilig gewesen und “nichts für unser Publikum”.

Ich kannte sie schon aus meiner Beobachtung, bevor ich das Orchester bekam, und war deshalb ausgesprochen vorsichtig, als ich einwendete, dass “Largo” eine übliche Tempobezeichnung und kein Lied ist, und fragte, von wem das Stück gewesen sei. Den Komponisten wusste sie: Dvorak. “Der zweite Satz der Sinfonie Nr. 9, ´Aus der neuen Welt`?”, fragte ich. Ja, der war es. Der Eiertanz setzte sich fort: Ich erklärte ihr, dass ich das Stück gut kenne, es selbst bearbeitet und auch aufgeführt hatte, es sowohl wunderschön als auch wirkungsvoll ist – und dass ich, darüber hinaus, es sogar bei der Aufführung durch das Orchester unter meinem Vorgänger gehört hatte. Sie blieb dabei, dass das Stück “furchtbar” sei. Ich sagte ihr, dass die gespielte Bearbeitung von meinem Vorgänger dem Stück unrecht getan hatte, das Werk mit falschen Tempi und fragwürdiger Dynamik zu oberflächlich interpretiert (eigentlich nur runtergespielt; aber das sagte ich ihr nicht) wurde. Sie fragte, was man da denn “interpretieren” könne, denn Interpretation sei ja beliebig. Ich erklärte ihr die Entstehung der Sinfonie, den musikalischen Blick Dvoraks auf die Musik der amerikanischen Urbevölkerung und der Sklaven und die höchste Kunstfertigkeit, mit der Dvorak Themen bearbeitete und verwob. Schulterzuckend antwortete sie mir, dass sie sich jedenfalls für “solche Musik” nicht interessiere und dass sie hoffe, dass es ihr dann unter meiner Leitung noch Spaß machen würde, im Orchester zu spielen. Machte es ihr dann offenbar zu einem hinreichend großen Teil nicht, und so war sie schließlich eine der treibenden Kräfte hinter meinem Fortgang dort.

Hochkultur bezeichnet den Anspruch, der erfüllt werden muss, um solch eine Musik zum Klingen zu bringen und zu erschaffen. Man stelle sich einfach mal die individuelle Kunstfertigkeit vor, die Musiker in diesem Bereich erreichen müssen! Dies in großer Zahl, mit größter Hingabe. Permanent. Mit weniger Aufwand ist das unerfüllbar. Der Wert ist unser kulturelles Erbe, ein Kern-Merkmal unserer Kultur.

Die deutsche und mitteleuropäische Musik-Hochkultur, wie andere Kultur-Bereiche auch, fand immer Antworten auf das Zeitgeschehen. Beispielsweise reflektiert der Biedermeier und seine Musik den Rückzug ins Private und die Phantasie angesichts der napoleonischen Kriege, die freie Tonalität der Zweiten Wiener Schule die Haltlosigkeit im Aufkeimen des I. Weltkrieges. Nach dem II. Weltkrieg war die musikalische Hochkultur vor allem auch durch die weitgehende Ermordung der jüdischen und “systemfeindlichen” Musiker und Komponisten weitgehend zerstört. Künstler wie Wilhelm Furthwängler retteten sie auf das 21. Jahrhundert zugehend, aber sie war von der Lebenswirklichkeit der Menschen bereits abgeschnitten. Herbert von Karajan kannte “man” noch, danach wird das Wissen um die und das Auskennen in der klassischen Musik zunehmend zum angeblich elitären Expertenwissen.

Dieses allgemein schwindende Wissen und damit Interesse, wie in dem Beispiel der Dvorak-Debatte beschrieben, addiert sich zum von mir hier schon oft genug beklagten Standesdünkel und den Seilschaften der Akkordeon-Orchester-Szene. Die, ich nenne das Phänomen mal so, Verflachung zeigt sich aber auch an Trivialkunst. Ich beschreibe mal zwei Comic-Charaktere:

  1. Der Sohn eines Milliardärs wird als Kind Zeuge der Ermordung seiner Eltern. Sie werden vor seinen Augen brutal erschossen. Er wächst heran und nutzt sein Geld und seine Intelligenz, um, tagsüber als Playboy und Nichtsnutz getarnt, nachts auf Verbrecher-Jagd zu gehen. Dabei nutzt er eine Verkleidung und High-Tech-Ausrüstung. Weil er bei der Ermordung seiner Eltern gesehen hat, was sie anrichten, benutzt er nie Schusswaffen. Seine Ethik verbietet ihm das Töten seiner Gegner, seien sie noch so widerwärtig und brutal. Dies ermöglicht es seinem gefährlichsten Gegenspieler, einem hochintelligenten Psychopathen ohne moralischen Kompass, schließlich, grausame Morde zu begehen.
  2. Ein unbestechlicher Polizist wird bei einem Picknick mit seiner Familie von Auftragskillern attackiert. Seine Familie stirbt im Kugelhagel vor seinen Augen, er wird scheinbar tot zurückgelassen, überlebt aber schwer verletzt. Daraufhin geht er in den Untergrund, übersteht seine Verletzungen, bewaffnet sich schwer und führt einen rücksichtslos brutalen, zynischen und mörderischen Feldzug gegen das Verbrechen.

Der erste Charakter dürfte bekannt sein: Bruce Wayne/Batman. Der zweite ist Frank Castle/Punisher. Das sind erfundene Charaktere. Ihre Charakterzeichnung ist glasklar. Beide sind zerrüttet, haben einen moralischen Kompass. Während Batman aber das Leben unter allen Umständen bewahrt, verwirken für den Punisher Verbrecher ihr Recht auf Leben und er ermordet sie.

So weit, so klar. Sehen wir uns jetzt aber mal den Bruce Wayne/Batman der letzten Filme (nach der Nolan-Trilogie) an: Batman zertrümmert Schädel, bricht Genicke, erschießt Verbrecher, begräbt Menschen unter Trümmern und spießt auf. Wut im Gesicht, brüllend, rasend: Das ist nicht Batman. Das ist der Punisher! Das ist fast so falsch, als würde ein Intendant Wagners Siegfried die Arie der Königin der Nacht singen lassen wollen. Oder mindestens den Papageno. Aber der Regisseur wollte die ikonische Figur des Batman. Ohne diese wäre der Film nichts. Es geht nur um diese Figur. Um die Optik. Um die Bekanntheit. Nicht um den Charakter, nicht um das, wofür sie steht. Das alles ist ihm egal.

Kommen wir zu einem anderen Beispiel: Wir stellen uns vor, einer der erfolgreichsten zeitgenössischen Komponisten schreibt Musik zu einem, sagen wir es offen, im Grunde schwach entwickelten Film. Aber die Schauspieler spielen mit Spielfreude und hängen sich voll rein, die Tricktechniker zaubern bis dahin Ungesehenes, der Schnitt rettet über Regiefehler und der großartige Komponist schüttet ein Füllhorn der Genialität aus. Er beschreibt mit seiner Musik die Personen und ihren Charakterbogen, er verbindet die Charaktere miteinander. Er schafft nicht nur szenische Stimmung sondern erklärt und deutet die Szenen musikalisch. Der Erfolg fordert Fortsetzungen. Für alle weiteren Filme der Reihe wird er engagiert. Er schafft für diese Filme ein musikalisches Werk, das in reiner Spielzeit viele Konzertabende füllen könnte und in der Tradition vor allem klassischer Romantik dieser nicht nachsteht.

Dann wechselt der Rechteinhaber. Der Komponist schreibt weiter. Aber plötzlich wird die Musik aus den szenischen Zusammenhängen gelöst. Immer, wenn man etwas Pompöses braucht, nimmt man einfach etwas aus den alten Filmen mit viel Blech. Sentimental bedeutet Geigen. Egal, was diese Musik vorher – in allen Filmen! – bedeutet hat, jetzt wird sie gebraucht, eigentlich missbraucht, um billig Stimmung zu erzeugen. Aus einer Film-Trilogie über das Reifen dreier Charaktere und ihrer Beziehung wird eine bonbon-bunte, lärmende, pseudosentimentale Achterbahnfahrt, bei der die alten Charaktere über Bord geworfen werden: Star Wars.

Ich denke, ich habe meinen Zorn, meine Enttäuschung und, ja, meine Verbitterung über diesen oberflächlichen und idiotischen Umgang mit kulturell Erhaltenem zum Ausdruck gebracht. Aber diese Ignoranz ist nur eine Seite. Sie wird noch übertroffen: Von Absicht!

Wir leben nämlich zunehmend in einem ungesunden Klima, das von einem weiteren Phänomen erzeugt wird: Der Identitätspolitik. Es geht nicht mehr darum, was war und was ist, nicht mehr darum, was wahr ist und was nicht. Es geht darum, wozu man gehört, welche Identität man hat. Luke Skywalker wird von Rey vermöbelt, weil sie ein total tolles junges Mädchen mit total schwerer Kindheit aber total guter Moral und total hoher Intelligenz und total viel Talent und “Macht”, eine Art Superkraft in der Geschichte, ist. Der Produzentin ist die Musik John Williams´ egal, weil es Musik für über 50-jährige Männer ist, die sie nicht interessieren. Das hat sie so gesagt. Wer die Filme jetzt nicht gut findet, heult nur der Vergangenheit nach, hat Pech gehabt, kommt mit der Kraft der Frauen nicht zurecht, ist frauenfeindlich etc. Es geht um die Aussage. Seht her, Frauen können total tough sein! Und wir zeigen das! Endlich! Ganz neu! Gab´s vorher nicht! “Die Macht ist weiblich!”, trägt sie mit Mitarbeiterinnen lachend auf dem T-Shirt gedruckt. Dem Darsteller des Helden der Original-Filme lacht sie ins Gesicht und ihn öffentlich aus: “Luke ist der am wenigsten wichtige Charakter der Geschichte.” Der Titel des neuen Films lautet: “The Rise of Skywalker”. Damit ist nicht der originale Held gemeint, sondern das total tolle Mädchen.

Zu den, fiktiven, Helden meiner Kindheit und Jugend zählen Chris (“Die glorreichen Sieben”) und Captain James Tiberius Kirk (“Raumschiff Enterprise”). Auf dem Raumschiff liefen schöne Frauen in sexy Miniröcken herum. Unter anderem eine Brückenoffizierin, Lt. Uhura. Die ich toll fand. Ich fand auch andere Helden toll: Ellen Ripley (“Alien”) und Sarah Connor (“Terminator”) und Prinzessin Leia. Das sind auch Frauen. Heldinnen. Carmen aus der Oper “Carmen” ist ebenfalls eine Frau. Und selbstbewusst und stark. Aber jetzt kommen die feministischen Identitätspolitikerinnen und ihre willfährigen Handlanger, machen “Ghostbusters” neu. Mit Frauen! Wie revolutionär. Die ganze Zeit quasseln und hampeln sie herum, sind überdreht “witzig”, während der einzige Mann im Team ein bildschöner und sexy Mann – aber ein Vollidiot ist. Ein Bild, das in dem Original umgekehrt in keiner Weise so gezeichnet worden ist. Vielmehr war da die weibliche Hauptrolle eine starke, selbstbewusste, selbstbestimmte, intelligente Frau mit Wortwitz und Schlagfertigkeit. Sogar die weibliche Nebenrolle war intelligent und witzig.

Da. Ich hab´s gesagt! Und jetzt bin ich auch einer von diesen alten, schimpfenden Männern, die Frauen unterdrücken. Dabei möchte ich nur eines: Ehrlichkeit und kulturelle Kontinuität. Ich möchte, dass Batman Batman und nicht Punisher ist. Ich möchte, dass die Musik von John Williams etwas bedeutet. Ohne diese dramaturgische Verknüpfung ist sie immer noch schön, immer noch intelligent. Aber nicht mehr genial.

Ach, und übrigens: Einem Film ist es neuerdings ebenfalls gelungen, den filmischen Inhalt mit Musik auszudeuten und zu verstärken: “Joker” Die geniale Komposition ist von Hildur Gudnadottir. Wie das “Dottir” in Gudnadottir andeutet, ist sie die Tochter Gudnas. Also eine Frau. Das hätte es vor female “Ghostbusters” und “Star Wars” nicht gegeben.

Oder so…

More to come

In Michigan haben jetzt mit automatischen Gefechtsgewehren schwer bewaffnete “Demonstranten” gegen die Corona-Maßnahmen das Regierungsgebäude besetzt. Zivilisten, angestachelt von ihrem eigenen Präsidenten, aufgeputscht von rechten Kräften, die bereits an der Regierung sind!

Vernunft ist nicht mehr zu erwarten, wenn es um die USA geht. Alles ist jetzt möglich.