Echos einer verlorenen Zeit

Heute war ein wunderschöner Tag: Ich habe mich morgens etwas eingespielt und bin zu den Fortbildungsseminaren gefahren. Dort haben wir uns auf die heutige Verabschiedung der erfolgreichen Absolventen vorbereitet, die musikalischen Generalproben abgehalten und sind schließlich mit unserem Programm aufgetreten. Heute Abend stand ich schließlich wieder vor meinem Orchester und probte an unserem neuen Programm.

Der ganze Tag voll Musik und allem, was dazu gehört.

Viele Seminar-Teilnehmer und -Teilnehmerinnen, die eindeutige Mehrheit ist weiblich, habe ich in mein Herz geschlossen. Die Seminarleiterin und der -Leiter sind wunderbar. Vor diesem Publikum mit meinen Kolleginnen und unserem Chef zu musizieren, habe ich richtig genossen. Ein Stück von Mozart im Chor als etwas geschulter Tenor zu singen war beglückend. Das popmusikalische Duett mit der absolut umwerfenden Anna-Lena, einer tollen Klavier- und E-Gitarren-Begleitung und Chor anders angelegt zu intonieren war eine reine Freude.

Eine der Absolventinnen ist eine Instrumentalschülerin von mir gewesen. Sonniges Gemüt, gutmütig, fröhlich, angemessen albern, einsatzfreudig, intelligent, musikalisch. Nach fünf Jahren Unterricht übernahm sie schon mit größter Sicherheit Soli im Orchester. Dem Erwachsenen-Orchester! Es ist schön zu sehen, wie sie ihren Weg gemacht hat, wie aus einem lustigen Mädchen eine tolle Frau geworden ist, die klar orientiert ist und ihren Schülern viel geben kann, und wie sehr sich die Beschreibung ihrer Person in der Laudatio mit dem deckt, wie ich sie kenne. Während der Veranstaltung kamen mir laufend verschiedene gemeinsame Erlebnisse in den Sinn. Ich bin glücklich darüber und im guten Sinn stolz darauf. Auf meine Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Auf meinen Unterricht, meine Stücke und meine Orchesterarbeit. Auf sie. Und jetzt machte ich Musik für sie, ihre Familie und Freund und Absolventen ihres Alters.

Auf dem Weg vom Auftritt nachhause, um meine Frau abzuholen und meine Sachen für die Probe mitzunehmen, hatte ich wieder das überwältigende Gefühl: “Das willst du machen! Das und nichts anderes!” Das (!) bin ich! Das hat mich motiviert durchzuhalten, zu arbeiten, zu kämpfen. Dafür habe ich gebrannt.

Aber das ist nicht mehr meine Wirklichkeit. Nur noch Erinnerung, Schatten, Echo. Es war schön, mal wieder in solch einem Tag zu baden.

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