Mein Problem mit Social Media, Vol. III

Es gibt so etwas wie faktenlose Hassrede. Der strafrechtliche Term ist “Volksverhetzung”, in Amerika wird das ohne Strafbewehrung “hate speech” genannt. Dagegen sei man, sagen YouTube und Facebook und Twitter.

Meine persönliche Erfahrung: Mir ist es nicht gelungen, mich erfolgreich sogar gegen persönliche Bedrohungen zu wehren. Freie Meinungsäußerung und die angebliche Unmöglichkeit, die reale Person hinter dem Fake Account zu ermitteln, standen im Weg.

YouTube hat einen Algorithmus, der Hate Speech unterbinden soll. Was er aber tut, ist Berichte (!) und Widersprüche gegen solche Auswüchse zu unterbinden. Wenn man sich dagegen wehrt, wird ein anderer Pfeil aus dem Köcher gezogen: Der Bericht sei vielleicht nicht angemessen für das Publikum.

Soll das ein Witz sein, höre ich die Frage. Nein. Sieht so aus:

Aber Facebook ist doch sicher fair und so, richtig?

Nun ja, Mark Zuckerberg traf sich mehrfach mit Donald Trump und verweigert hartnäckig, gegen politische Lügen auf seiner Plattform vorzugehen. Es ist ihm egal, ob gekaufte Anzeigen dazu benutzt werden, mit Lügen und Verleumdung gegen junge Politikerinnen wie Ilhan Omar oder Alexandria Ocasio-Cortez so scharf zu hetzen, dass sie Morddrohungen erhalten. Er behauptet, das Volk solle das sehen, um sich eine eigene Meinung zu bilden.

Lüge und Wahrheit sind für YouTube und Facebook eben nur “Meinungen”. Nicht einmal gleichwertig. Denn unterstützt werden die Lügen, während die Ehrlichen an ihrer Ehrlichkeit scheitern.

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