Instrumentallehrer: Traumberuf oder brotlose Kunst

Vor mittlerweile fünf Jahren erschien dieser Artikel bei der Rheinischen Post online. Er ist an mir vorbeigegangen; es gibt eben so viel im Netz. Jetzt fiel er mir auf und ich habe dazu kommentiert.

Der Artikel kommt wie der Kommentator “Felix Hartmann” zu dem, in meinen Augen leider falschen, Schluss, dass man diesen Beruf ergreifen soll und, wenn man bescheiden ist, zwar “nicht reich” wird, was eine zynischer Euphemismus ist, aber Zufriedenheit in der Schönheit der Tätigkeit findet. Sicher, schon klar. Rosamunde Pilcher, die Schwarzwaldklinik, die Regenbogenpresse und das gesamte öffentlich-rechtliche Vorabendprogramm legen die Plätzchen beiseite, stellen die Teetasse auf das gehäkelte Deckchen und applaudieren mit gezierten Fingern bei im Hintergrund laufender Traumschiffmusik und dem fröhlich singenden Florian Silbereisen.

Aus Bequemlichkeit habe ich “Warum die Akkordeon-Szene stirbt” kopiert und als Kommentar dort platziert. Antworten oder Reaktionen erwarte ich nicht. Ich bin erstens unbedeutend und zweitens interessiert sich die Öffentlichkeit bzw. die Gesellschaft nicht für die Lage der Kulturträger an der Basis. Wir haben weder die Anerkennung, noch die Bedeutung früherer Zeiten (und das ist nicht der “Früher war alles besser”-Tropus).

Wie im Grunde peinlich das für uns alle sein sollte, zeigt die schön illustrierte und richtig dargestellte Tatsache aus dem Anfang des Artikels:

“Wer sich dazu entscheidet Instrumentallehrer zu werden braucht gewisse Voraussetzungen, um für ein Studium zugelassen zu werden. Man sollte nicht nur sein Instrument perfekt beherrschen, sondern auch das nötige Gespür für das Zwischenmenschliche haben.”

Hohe Ansprüche, die erfüllt werden müssen! Wert? Nichts mehr.

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