Nein, nicht mit mir

Man kann ja gerne mal nachschauen: Mein erster Beitrag über meine Ausplanung war vollkommen neutral gehalten, wies niemandem irgendeine Schuld zu und reflektierte nur und einzig und allein meine Überraschung, Enttäuschung und mein Bedauern den Schülerinnen und Schülern gegenüber. Zitat: “Das war der zweit schönste Beruf nach meinem eigentlichen, den ich als schönsten empfunden habe. Ich habe wahnsinnig gerne mit den Schülerinnen und Schülern und dem gesamten Kollegium und der Schulleitung zusammengearbeitet. Die Enttäuschung kann nicht größer sein.”

Aber das war schon zu viel: “Dietmar, wie kannst Du nur?!” Ja, wie kann ich nur? Wie ist das wohl, ahnungslos zum Dienst zu erscheinen und aufgefordert zu werden, umgehend wieder zu fahren, damit man den Nachfolger nicht treffe, weil das ja “sicher unangenehm” für einen wäre? Und wie ist das wohl, wenn man erfahren muss, dass die Leitung das Sichern wichtiger Daten und Kontakte durch Löschung des Accounts sabotieren lässt (die nicht gesicherten Daten sind nämlich endgültig verloren)? Wie ist das wohl, wenn diese Leitung noch an dem Tag, wo man schwer erkrankt nachhause muss, einen als unverzichtbar preist und Loyalität einfordert und einem dann den Stuhl vor die Tür stellt?

Wie ist das wohl, wenn man an der Dienstbesprechung, zu der man eingeladen war, plötzlich nicht teilnehmen darf, weil man nicht mehr zum Kollegium gehöre? Wie ist das wohl, wenn einem die Leitung versucht einzureden, man hätte die Einladung gar nicht erhalten, sondern die vom letzten Jahr gelesen und sei deswegen da? Wie ist das wohl, dann stundenlang im Werkraum auf- und abtigernd mit dem Handy zu versuchen, den Abtransport des kostenlos aus Idealismus zur Verfügung gestellten Flügels zu organisieren – während das neu zusammengestellte Kollegium ein Frühstück genießt? Wie mag das wohl sein? “Du darfst Dir gerne ein Brötchen nehmen!” Besten Dank …

Wie ist das wohl, sich dann auf sein Fahrrad zu schwingen und in eigenen Gedanken versunken über 40 km nachhause zu fahren? Wie ist das wohl, mit Anfang 50 plötzlich nicht zu wissen, wie es weiter geht – nachdem man sich gerade von einer schweren Erkrankung erholt hat? Wie mag das wohl sein?

Wie ist das wohl, wenn einem dann ein Kollege sagt, die Leitung hätte einem gegenüber keine Fürsorgepflicht?

Wie ist das wohl, wenn der Kollege sagt, man habe der Leitung durch den Homepage-Artikel keine Wahl gelassen, als zu erklären, dass man inkompetent sei?

Es ist so, dass man versteht, nur der nützliche Idiot gewesen zu sein, der brav immer in jede Bresche sprang, weil er sich vollständig mit dem Institut und der Leitung und dem Kollegium und der Aufgabe identifizierte.

Wenn man dann von verschiedenen Seiten hört, dass die Leitung zur eigenen Gesichtswahrung behauptet, man hätte sich wegbeworben und die Trennung wäre einvernehmlich gewesen: wie ist das wohl?

Es ist so, dass ich mir sage, nicht mit mir. Es ist so, dass ich jetzt nicht nur enttäuscht, sondern so ärgerlich bin, das nicht einfach so dahingehen zu lassen.

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