Rettung aus Gefahr

Klingt dramatisch? Ist auch so:

Eine häufig unterschätzte Gefahr sind Gewitter. Gestern fuhr ich mit meinem Rad von meiner Arbeit nachhause und hoffte, eine Gewitter-Lücke erwischt zu haben; etwas Regen schreckt mich nicht. Ich hatte mit 20 Kilometern noch nicht die Hälfte der Strecke zurückgelegt, als ich um eine Biegung kommend sah, dass ich auf eine Gewitterwand zufuhr. Ich fuhr noch ein paar Kilometer und musste feststellen, dass sie sich nicht auflöste, in eine andere Richtung zog oder ähnliches, sondern ich bald direkt unter der Gewitterzelle mit dem Fahrrad unterwegs sein würde mit noch etwa 25 Kilometern vor mir und sah im Sattel aufgerichtet besorgt in den Himmel.

Da überholte mich ein Mercedes-Transporter, wurde langsamer, wendete und ein 1,90-Mann lehnte aus dem Fenster: “Wo musst du denn hin? Kann ich dich mitnehmen?” Einfach so. Das Ehepaar, in Begleitung zweier sehr freundlicher großer Hunde und auf der Suche nach Holundersträuchern für selbstgemachte Getränke, lud mich und mein Rad ein und fuhr mich bis vor meine Haustür, wobei sich herausstellte, dass der Starkregen, in den ich gefahren wäre, das Wasser hat mindestens knöcheltief über die Straßen strömen lassen.

Ich bin zwei netten, zuvorkommenden, fürsorglichen Menschen des Fanfarenzugs Meißendorf begegnet und kann nur sagen: Herzlichen Dank!

Nass zu werden ist als Radfahrer nicht so das Problem. Aber einem Gewitter ausgeliefert zu sein, ist eine ernste Gefahr! Das war wirklich eine Rettung.