Herzlich willkommen!

Heute erzählte mir meine Schwester, dass Heinz-Gerhard Kück, ehemaliger Rektor der Wilhelm-Röpke-Schule Schwarmstedt, überraschend verstorben ist. Mich hat diese Nachricht tief erschüttert.

Ich besuchte die Wilhelm-Röpke-Schule in der damaligen Orientierungsstufe und der Hauptschule und muss sagen, dass ich ein problematischer Schüler mit großen Schwierigkeiten war. Nachdem die Situation für mich dramatisch eskaliert war, fand ich eine gewisse Konzentration auf den Unterricht und konnte mich für die damals erstmalig eingeführte 10. Klasse qualifizieren, um den Realschulabschluss zu erlangen.

Klassenlehrer der 10. Klasse Hauptschule war Herr Kück. Unmittelbar wurde Herr Kück für mich zu einem Vorbild: Herr Kück war humorvoll, ohne albern zu sein. Er war durch seine verlässliche Verbindlichkeit und klare Ordnung eine Autoritätsperson. Herr Kück beobachtete seine Schüler genau und gab ihnen immer verbal und nonverbal Rückmeldung über ihren Stand.

Als ich die Schule vor einigen Jahren das erste Mal nach meinem Realschulabschluss dort mit meinem Sohn besuchte, um ihm mal meine Schule zu zeigen, als wir auf dem Rückweg von einer meiner Proben durch Schwarmstedt fuhren, war Herr Kück Schulleiter aber nicht in der Schule.

Ich hätte ihm gerne gesagt, was ich jetzt hier hinschreibe:

Herr Kück war für mich das Idealbild eines Lehrers und ein menschliches Vorbild. Völlig gewaltfrei aber mit gesunder Autorität leitete er seine Klasse. Viele gute Erinnerungen meiner Schulzeit sind mit ihm verknüpft und werden es immer sein. Ich verdanke ihm nicht nur, dass ich den Realschulabschluss mit hervorragenden Noten erreichte, sondern auch meine Grundeinstellung zur Bildung. Ohne ihn hätte ich nicht versucht, das Abitur zu erlangen und ohne ihn hätte ich wohl auch nicht mit dem Lehramts-Studium angefangen und letztlich wohl auch nicht mein Diplom erlangt. Bei Herrn Kück und durch seinen Unterricht ist mir klar geworden, dass ich mehr erreichen konnte, als die Hauptschule gut abzuschließen.

Ich habe ihm das nie gesagt und werfe mir vor, keine Gelegenheit dazu geschaffen zu haben.

Danke, Herr Kück!

Seit August 2018 arbeite ich als Pädagoge im öffentlichen Dienst und habe zugunsten dieser Tätigkeit meinen Beruf als Instrumentallehrer, Orchesterleiter, Musiker und Arrangeur/Komponist aufgegeben. (In der Deutschen Nationalbibliothek sind als eigene Kompositionen gelistet: Tangesque, Assoluta, Israelischer Tanz; Symphonietta rustica und Präludium und Fuge in G-Dur, weil sie in der Schweiz verlegt sind, nicht.)

Ich leite das 1. Orchester des Akkordeon-Vereins Winsen (Aller), für das ich gelegentlich noch arrangiere, und diese Seite dient jetzt vor allem der Präsentation dieses Klangkörpers.

Dietmar Steinhaus